Verkehrssicherungsmaßnahmen und Holzeinschlag im Gemeindewald, Brennholzbestellung nur noch bis Ende Oktober
Der Förster teilt mit, dass das Absterben insbesondere von Ahorn und Eschen in der Rheinebene unvermindert weitergeht.
Viele Bäume haben den Kampf gegen Trockenheit, Pilz- und Borkenkäferbefall verloren, sind abgestorben und stellen jetzt eine Gefahr für die Waldbesucher dar. In den nächsten Wochen werden deshalb an den Straßen und Hauptwegen Verkehrssicherungsarbeiten durchgeführt.
Ein Teil des Waldes wird durchforstet, wobei hier fast ausschließlich kranke und tote Eschen und Ahorn entnommen werden. In Otterstadt findet der diesjährige Holzeinschlag im Böllenwörth (Natostraße) statt. Außerdem müssen auch viele kranke Bäume entlang der Kollerstraße entnommen werden. Zum Einsatz kommen große Forstmaschinen. Diese Maschinen arbeiten pfleglich und schnell, haben aber keine „Rundum-Augen“. D.h. es besteht Lebensgefahr, falls sich jemand einer Holzerntemaschine nähert. Die Bevölkerung wird gebeten, die Absperrungen zu ihrer eigenen Sicherheit zu respektieren und sich auf keinen Fall Maschinen oder Waldarbeitern zu nähern.
Um eine flächige Befahrung der Waldbestände zu verhindern, ist es notwendig, dass so genannte Rückegassen eingelegt werden. Das sind parallele Linien durch den Wald auf denen sich die Forstmaschinen bewegen dürfen. Früher durfte kreuz und quer durch den Wald gefahren werden und nach und nach wurde der gesamte Boden verdichtet. Durch die Gassen wird die Befahrung auf festgelegte Linien gelenkt. Die Gassen werden mit Spezialmaschinen befahren, wachsen nach der Holzernte wieder zu, werden aber bei dem nächsten Einsatz im Wald wiederbefahren. Man kann sie an den weißen Strichen an den Randbäumen erkennen.
Es macht Sinn, kranke Bäume zu nutzen:
- durch die Nutzung wird das im Holz gebundene CO2 so weit wie möglich längerfristig gebunden, bei der Brennholznutzung wird es ebenso wie bei der natürlichen Zersetzung des Holzes wieder freigesetzt.
- wenn Brennholz als Heizenergie genutzt wird, verbraucht man keine fossilen Energieträger. Insbesondere als Übergangslösung zu sauberen Lösungen ist das legitim. 1 Ster Holz hat den Heizwert von 220 Litern Heizöl. Bei ca. 400 Ster Holznutzung je Gemeindewald ist das schon eine ganze Menge an nicht verbrauchtem Gas oder Öl.
- wenn der Wald nicht gepflegt wird, stockt oft der Verjüngungsprozess im Wald. Brombeeren, Schlingpflanzen und Neophyten machen sich breit und behindern das Wachstum neuer Waldbäume. Totholz fällt immer wieder auf die natürliche Verjüngung. Eine Pflege der aufwachsenden Bäume ist nur schwer möglich
- in den vielbesuchten Gemeindewäldern spielt auch immer die Sicherheit und Standfestigkeit der Bäume eine wichtige Rolle. Abgestorbene Eschen und Ahorn können relativ bald in jede Richtung umfallen und stellen eine Gefahr für Waldbesucher und Waldarbeiter dar.
In der nächsten Woche wird das angefallene Holz zu den Waldwegen transportiert und als Brennholz verkauft. Die Holzbestellung kann nur online unter: Forstamt Pfälzer-Rheinauen/Brennholz erfolgen und nur noch bis zum 31.10.
Der extrem trockene Sommer zeigt schon jetzt seine Auswirkungen. Zu den Ausfällen durch den Pilzbefall bei Ahorn und Eschen kommt jetzt noch die Trockenheit. Sämlinge und junge Bäumchen sind schon früh im Jahr vertrocknet, die Wurzeln der älteren Bäume kommen nicht mehr an Wasser und sterben auch ab. Die Bäume im Auewald haben nie tiefreichende Wurzeln gebraucht, jetzt bei dauerndem Niedrigwasser im Rhein, haben sie keine Chance mehr an Wasser zu kommen. Das Problem der Zukunft wird wohl der Erhalt des Waldes in der Rheinebene sein.
Durch die massive Entnahme der geschädigten Bäume, verändert sich das gewohnte Waldbild, es wird darauf geachtet, dass die natürliche Waldverjüngung erhalten bleibt und die Wiederaufforstungsflächen werden möglichst schnell wieder bepflanzt. Die Bepflanzung erfolgt mit einer viel größeren Artenvielfalt. Förster Spang hofft, dass sich die kleinen Bäumchen tiefere Wurzelräume erschließen (um auch die kommenden, heißen Sommer zu überleben) und durch die vielfältige Mischung widerstandsfähiger gegen Krankheiten werden.
Rückfragen gerne an das Forstrevier: Telefon: 06232 6580859 Mail: georg.spang@wald-rlp.de oder jürgen.render@wald-rlp.de
Georg Spang


