Erstes Bilanzkreismodell in der Verbandsgemeinde: EENO-Projekt in Otterstadt geht bei strahlendem Sonnenschein an den Start

Durch die Umsetzung des Erneuerbare Energien Netz Otterstadt, kurz EENO, wird ein Projekt mit Modellcharakter geschaffen, welches ein Beispiel für andere kleine Kommunen sein kann, die eine nachhaltige und wirtschaftlich tragfähige Energieversorgung ihrer kommunalen Liegenschaften anstreben. Auf der Turnhalle der Grundschule und der kommunalen Kita Abenteuerland wurden zwei Photovoltaikanlagen mit Batteriespeicher, mit einer Gesamtleistung von rund 112 Kilowattpeak, installiert. Zusammen erzeugen beide Anlagen etwa 100.000 Kilowattstunden Strom pro Jahr. Das ist deutlich mehr Strom, als die beiden Liegenschaften verbrauchen können. Daher werden zusätzlich das Rathaus, der Bauhof, das Feuerwehrgerätehaus, das Remigiushaus und die Sommerfesthalle in einem Bilanzkreis zusammengefasst und können dadurch mit dem erzeugten Strom der Grundschule und Kita mitversorgt werden. Weitere kommunale Liegenschaften sollen perspektivisch in den Bilanzkreis aufgenommen werden. Auch besteht das Angebot, die konfessionellen Kitas im Ort aufzunehmen. Ziel ist es, möglichst viel des selbsterzeugten Stroms in den eigenen Liegenschaften zu verbrauchen. Daher soll mit der Zeit auch der Fuhrpark der Gemeinde elektrifiziert werden. Wenn die erzeugte Strommenge nicht ausreicht, beispielsweise im Winter, bezieht die Ortsgemeinde ihre Energie weiterhin von den Stadtwerken Speyer. Die SWS sind langjähriger Kooperationspartner der Ortsgemeinde und werden künftig die Unterhaltung und das Management des Bilanzkreises übernehmen. Das Projekt wurde im Jahr 2024 durch das Land Rheinland-Pfalz im Rahmen des KIPKI- Wettbewerbes (Kommunales Investitionsprogramm für Klimaschutz und Innovation) ausgezeichnet. Die damit verbundene Förderung beträgt 82,14 % der förderfähigen Kosten, die restliche Summe übernimmt die Ortsgemeinde als Eigenanteil. Die kalkulierten Kosten von rund 297.000 € werden erfreulicherweise deutlich unterschritten.
Ein wichtiger Aspekt des Projekts ist die Bildungsarbeit und der Klimaschutzgedanke. Wie gut das bereits funktioniert, haben die Grundschüler der Ortsgemeinde bereits bei der Einweihung gezeigt. Auf kindgerechte verständliche Weise haben sie dargestellt, wie die Sonne und die Solarpaneelen zusammenwirken und was daraus entsteht. Außerdem durften sich die Schülerinnen und Schüler ein Maskottchen - den „PV-Otter“- aussuchen, das Gesicht des Projekts sozusagen. Im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit wurde im Schulhof ein Bildschirm installiert, der jederzeit anzeigt, wieviel Storm gerade erzeugt und verbraucht wird. Auch dadurch wird den Kindern die Wirkungsweise des Projekts nochmals verständlich aufgezeigt.
Stimmen zum Projekt:
Harald Endres, zuständiger Beigeordneter der Ortsgemeinde Otterstadt: "Für unsere Gemeinde bringt das Projekt mehrere Vorteile - neben einer zukunftsfähigen kommunalen Energieversorgung werden jährlich rund 54 Tonnen CO₂-Äquivalente eingespart. Zudem werden schon in kurzer Zeit unsere kommunalen Stromkosten gesenkt".
Georg Weyrich, Geschäftsführer der Stadtwerke Speyer: „Klimaschutz ist eine gesellschaftliche Aufgabe und man braucht kluge Ideen, die über kommunale Grenzen umgesetzt werden müssen. Dass die Stadtwerke, die als Versorger Strom verkaufen wollen, ein solches Projekt unterstützen, schließt sich nicht aus, weil das Vorhaben für Nachhaltigkeit und Wandel steht“.
Toni Krüger, Erster Beigeordnete der Verbandsgemeinde Rheinauen: „Bilanzkreismodelle für kleine Ortsgemeinden sind aufgrund der vergleichsweise komplexen Thematik die absolute Seltenheit. Am Beispiel des EENO -Projekts in Otterstadt kann nun in Rheinland-Pfalz gezeigt werden, dass es möglich ist, die lokale Stromproduktion für die gemeindeeigenen Liegenschaften auch liegenschaftsübergreifend umzusetzen. Neben dem wirtschaftlichen Aspekt und der regionalen Wertschöpfung ist dabei insbesondere der dadurch erzielte direkte Klimaschutz hervorzuheben.“


Alle Akteure des Projekts: Kommunalpolitiker, Vertreterinnen und Vertreter der Stadtwerke Speyer, der VG Rheinauen, des Wirtschaftsministeriums RLP und der fachausführenden Firmen.

