Waldfrevel in Otterstadt – 1000 Euro Belohnung

Unbekannte haben im Otterstadter Gemeindewald in den letzten Wochen mind. 300 Bäumchen abgeknickt und zerstört. Der Schaden entstand hauptsächlich in eingezäunten Waldkulturen aber auch in der natürlichen Waldverjüngung. Der Täter drang in die Kulturen ein und knickte die Bäumchen in ca. 10 – 15 cm Höhe ab. Es entstand ein Sachschaden von mind. 6000,- Euro. Aus diesem Grund hat daher Ortsbürgermeister Zimmermann eine Belohnung zur Ergreifung des Täters i.H.v. 1000,- Euro ausgesetzt.

Abgesehen von dem Sachschaden ist diese Aktion ein „Schlag ins Gesicht“ der verantwortlichen Personen. Zum einen des Försters und seiner Mitarbeiter. Vor allem die Waldarbeiter haben sehr viel „Herzblut“ in diese neuen Kulturen gesteckt. Es ist nicht einfach, Bäume zu pflanzen, sie mit viel Mühe im Sommer freizumähen, sie von Schlingpflanzen zu befreien, Zäune zu reparieren und die Flächen für eine Zeit „rehfrei“ zu halten. Das erfordert viel Engagement und Einsatz. Die Pflanzungen waren in der Regel 3 Jahre alt und haben die letzten 3 Trockensommer überstanden. Sie waren also fast aus „dem Gröbsten“ heraus. Auch für die zuständigen Gremien in der Ortsgemeinde ist dies ein Schlag. Waldsee und Otterstadt setzten sich seit Jahren sehr verantwortungsvoll mit dem Thema Baumsterben im Auewald auseinander. Von den 3 Leitbaumarten des Auewaldes ist vor Jahren die Ulme erkrankt und verschwunden, jetzt ereilt die Esche das gleiche Schicksal. Die Eschen stellen ca. 40 % des Baumbestandes im Gemeindewald dar. Ein Teil ist schon abgestorben, der Rest hat lt. Förster Spang keine Überlebenschancen mehr. Im Moment wird daher probiert, noch zu retten, was zu retten ist. Kranke Bäume werden gefällt, das Holz noch verwertet und mit den Erlösen aus dem Verkauf werden sofort wieder Bäume gepflanzt. Durch die Verwertung des Holzes wird am wenigsten CO2 freigesetzt. Würde man zuwarten, käme es zu einer Entwicklung, die nicht gut wäre. Die Eschen und mit ihnen auch mittlerweile aufgrund von Trockenheit und Pilzbefall viele Ahorne, Buchen, Birken usw. sterben ab, die toten Bäume bleiben stehen, fallen unkontrolliert um, gefährden Waldbesucher und auch ein Arbeiten im Wald wäre nicht mehr möglich. Die „Natur“ würde übernehmen und anders als z.B. im Gebirgswald oder in großen Waldgebieten würden, die im Startloch wartenden invasiven „Neubürger“ im Wald loslegen. Es ist die kanadische Goldrute, das indische Springkraut, der Götterbaum aus Asien, der Japanknöterich usw. Diese Pflanzen nehmen seit Jahren die lichten Flächen im Wald sofort in Beschlag und machen es einer natürlichen Waldverjüngung fast unmöglich, zu keimen und zu wachsen. Auch der Punkt: „natürliche Waldverjüngung“ ist in den kleinen Auewäldern schwierig. Nach dem großen Baumsterben bleiben nur noch sehr wenige Eichen und hauptsächlich der Bergahorn und Haselnuss übrig. Der Bergahorn hat, wie sein Name schon sagt, in der Ebene aber seine Schwierigkeiten und ist deshalb ungeeignet für den Auewald. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, eine möglichst breite Artenpalette anzupflanzen, die später dann den Genpool für eine viel artenreichere Verjüngung darstellt. Die Neukulturen sind im Vergleich zu dem gewohnten Waldbild ästhetisch nicht so schön aber schon in wenigen Jahren ändert sich das. Auch im Vergleich zu den absterbenden Bäumen ist der Anteil der neuangelegten Forstkulturen nicht so groß. In Otterstadt z.B. gibt es bisher ca. 4 Hektar Forstkulturen in 189 Hektar Wald. Kulturen entstehen nur dort, wo vorher ausschließlich kranke Bäume standen.

Durch sein Verhalten hat der Täter nicht nur selbst Pflanzen zerstört, er hat teilweise durch sein illegales Betreten der Kulturen das Gatter zerstört und Rehen ermöglicht, in die Flächen zu kommen. So sind in einer Kultur neben den „Knickschäden“ mind. weitere 50 Bäumchen durch das Fegen des Rehbocks zerstört worden.

Der Förster hat Anzeige bei der Polizei erstattet. Hinweise, insbesondere auf Personen, die sich unberechtigt in Forstkulturen aufhalten, bitte an Förster Spang oder die Polizei (; Tel: 06232-6580859).

 

Bild: abgeknickte Eiche (c) Förster Spang

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