Satzung über Veränderungssperre Mitte A in Otterstadt


S A T Z U N G

über die Festsetzung einer Veränderungssperre gem. §§ 14 ff BauGB

für den Geltungsbereich des Bebauungsplanes

„Mitte A“  der Ortsgemeinde Otterstadt                                  

(Verlängerung der bisherigen Veränderungssperre)

 

Vorbemerkungen:

Im Bereich des Ortskerns in Otterstadt ist bislang noch kein gültiger oder qualifizierter Bebauungsplan vorhanden. Mit der Aufstellung des Bebauungsplanes beabsichtigt die Gemeinde, die planerische und rechtliche Grundlage für die Sicherung der bestehenden, schützenswerten städtebaulichen Situation und den Erhalt des kleinteilig strukturierten Ortsbilds im zentralen Bereich von Otterstadt zu schaffen sowie verträgliche Erweiterungs- u. Nachverdichtungsmöglichkeiten im Gebäudebestand zu ermöglichen.

Die bisherige Veränderungssperre für den Bereich des Bebauungsplanes, die mit Datum von 27.10.17 rechskräftig wurde, tritt demnächst außer Kraft und soll daher gem. § 17 Abs. 1 um ein weiteres Jahr verlängert werden.

Aufgrund der gesetzlichen Ermächtigung

1. der §§ 14 und 16 des Baugesetzbuches (BauGB) in der derzeit gültigen Fassung

2. der Gemeindeordnung für Rheinland-Pfalz in der derzeit gültigen Fassung

wird gemäß Beschluss des Ortsgemeinderates Otterstadt  vom 25.09.2019 folgende Satzung über die Festsetzung einer Veränderungssperre für die Ortsgemeinde Otterstadt erlassen.


§ 1 Geltungsbereich

Der Ortsgemeinderat Otterstadt hat in seiner Sitzung am 18.10.2017 die Aufstellung    des Bebauungsplanes „Mitte A“ beschlossen. Der räumliche Geltungsbereich der Veränderungssperre entspricht dem Geltungsbereich des Bebauungsplanes. Der Bereich ergibt sich auch aus dem beigefügten Lageplan, der Bestandteil der Satzung ist.

Zur Sicherung der Planung wird für den genannten Bereich hiermit eine Veränderungssperre erlassen.


§ 2 Rechtswirkung

1 ) Eine Veränderungssperre hat gemäß § 14 Abs. 1 BauGB den Inhalt, dass im zuvor genannten Geltungsbereich

      1. Bauvorhaben im Sinne des § 29 BauGB nicht durchgeführt oder

      2. bauliche Anlagen nicht beseitigt werden dürfen,

      3. erhebliche oder wesentlich wertsteigernde Veränderungen von Grundstücken und baulichen Anlagen, 
          deren Veränderungen nicht genehmigungs-, zustimmungs- oder anzeigepflichtig sind, nicht durchgeführt werden
          dürfen.

     (Vorhaben im Sinne des § 29 BauGB sind: Vorhaben, die die Errichtung, Änderung oder Nutzungsänderung von
     baulichen Anlagen zum Inhalt haben und Aufschüttungen und Abgrabungen größeren Umfangs sowie Aus--
     schachtungen und Ablagerungen einschließlich Lagerstätten.)

2) Wenn überwiegende öffentliche Belange nicht entgegenstehen, kann von der Veränderungssperre eine Ausnahme
    zugelassen werden. Die Entscheidung über Ausnahmen trifft die Baugenehmigungsbehörde im Einvernehmen mit
    der Gemeinde (§ 14 Abs. 2 BauGB).

3) Vorhaben, die vor dem Inkrafttreten der Veränderungssperre baurechtlich genehmigt worden sind, Vorhaben, von
    denen die Gemeinde nach Maßgaben des Bauordnungsrechts Kenntnis erlangt hat und mit deren Ausführung vor
    dem Inkrafttreten der Veränderungssperre hätte begonnen werden dürfen, sowie Unterhaltungsarbeiten und die
    Fortführung einer bisher ausgeübten Nutzung werden von der Veränderungssperre nicht berührt (§ 14 Abs. 3 BauGB).


§ 3 Inkrafttreten und Außerkrafttreten

Die Veränderungssperre tritt am Tag nach der öffentlichen Bekanntgabe (Erscheinungstag Amtsblatt: 18.10.2019)  in Kraft.

-> Mit dieser Satzung wurde die übliche 2-Jahres-Frist um ein weiteres Jahr verlängert.

Gemäß § 17 Abs. 1 BauGB tritt sie nach Ablauf von zwei Jahren außer Kraft. Sie tritt in jedem Fall außer Kraft, sobald und soweit die Bauleitplanung für den o.g. Geltungsbereich rechtsverbindlich abgeschlossen ist.


Geltungsbereich des Bebauungsplanes „Mitte A“ der Ortsgemeinde Otterstadt


Otterstadt, 02.10.2019

Ortsgemeinde Otterstadt

gez. Zimmermann
Ortsbürgermeister


Geltendmachung von Verfahrensmängeln

Es wird darauf hingewiesen, dass nach § 24 Abs. 6 Gemeindeordnung eine Verletzung der Bestimmungen über Verfahrens- oder Formvorschriften der GemO unbeachtlich ist, wenn sie nicht innerhalb eines Jahres nach der öffentlichen Bekanntmachung dieser Satzung schriftlich unter Bezeichnung der Tatsachen, die eine solche Rechtsverletzung begründen können, gegenüber der Verbandsgemeindeverwaltung geltend gemacht worden ist.


Ferner weisen wir aufgrund der gesetzlichen Vorgaben  gem. § 215 Abs. 1 BauGB darauf hin, dass

1. eine nach § 214 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1-3 beachtliche Verletzung der dort bezeichneten Verfahrens- und Formvorschriften

2. eine unter Berücksichtigung des § 214 Abs. 2 beachtliche Verletzung der Vorschriften über das Verhältnis des 
    Bebauungsplanes und des Flächennutzungsplanes und

3. nach § 214 Abs. 3 Satz 2 beachtliche Mängel des Abwägungsvorganges,

unbeachtlich werden, wenn Sie nicht innerhalb eines Jahres seit Bekanntmachung der Satzung schriftlich gegenüber der Verbandsgemeinde unter Darlegung des die Verletzung begründeten Sachverhalts geltend gemacht worden sind. Satz 1 gilt entsprechend wenn Fehler nach § 214 Abs. 2a beachtlich sind. 

Die vorstehende Satzung wird hiermit gemäß § 16 Abs. 2 Satz 1 BauGB  öffentlich bekannt gemacht. Die Satzung liegt bei der Verbandsgemeindeverwaltung Rheinauen, Fachbereich 4 / Bauverwaltung (Zi.Nr. 2.06), Ludwigstr. 99, 67165 Waldsee während der üblichen Öffnungszeiten (Mo.-Fr. 8.00-12.00 Uhr, Mo.-Do. 14.00-16.00 Uhr) öffentlich zur Einsichtnahme aus.

Auf die Vorschriften des § 18 Abs. 2 Satz 2 + 3 BauGB über die Entschädigung von Vermögensnachteilen, die durch die Veränderungssperre eintreten, sowie über die Fälligkeit und das Erlöschen entsprechender Entschädigungsansprüche wird hingewiesen.

Waldsee, 11.10.2019

Verbandsgemeinde Rheinauen

gez. Fassott
Bürgermeister


 


 


 

 


 

 


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