Freilaufende Hunde während der Brut- und Setzzeit

- Gefahren für Mensch, Tier und Landschaft des Rhein-Pfalz-Kreises -

Sobald das Frühjahr beginnt, ist man mit dem Problem freilaufender Hunde in Natur und Landschaft konfrontiert. Die auf unverantwortliche Hundeführer zurückgehenden Verstöße schädigen weite Bereiche im Rhein-Pfalz-Kreis erheblich. Die Corona-Pandemie hat die Lage noch weiter verschärft.

Rehe und andere Wildtiere verenden auf qualvolle Weise: Nicht nur Bisse jagender Hunde, auch die Flucht des Wildes selbst birgt höchste Gefahr. Wenn derart panisches Davonlaufen zusätzlich durch einen Zaun aufgehalten wird, ist der tödliche Ausgang geradezu vorprogrammiert. Von Hunden gehetzt, verletzen sich Wildtiere oft schwer. Sie können aber auch auf eine Straße und vor das nächste Auto geraten. Dann stehen zusätzlich Menschenleben auf dem Spiel.

Spricht man Zeitgenossen an, die in dieser kritischen Zeit mit freilaufenden Hunden in Natur und Landschaft unterwegs sind, behaupten diese häufig, der Hund jage nicht, sondern spiele lediglich.

Im Frühjahr sind aber Wildtiere am anfälligsten und am leichtesten zu reißen: In den Monaten März, April und Mai ist die Gefahr für Wild, von Hunden gehetzt und dabei getötet zu werden, rund dreimal so hoch wie von August bis November. Im April ist regelmäßig die höchste Zahl an gerissenen Rehen zu beklagen.

Das liegt unter anderem daran, dass die weiblichen Tiere jetzt hochträchtig sind und damit auch eine leichtere Beute für streunende Hunde darstellen als zu anderen Jahreszeiten.

Hinzu kommt später eine große Zahl im Frühling geborener Jungtiere, die allzu häufig Opfer unbeaufsichtigter Hunde werden. Diese können ihren angeborenen Beutetrieb natürlich nicht unterdrücken. Die Verbandsgemeindeverwaltung, die Kreisverwaltung wie auch deren Naturschutzbeauftragten appellieren daher an das Verantwortungsbewusstsein und die Einsicht der Hundehalter, gerade während der Brut- und Setzzeit ihre Tiere in Wald, Feld und Flur an die Leine zu nehmen.

Zudem enthalten Natur- oder Landschaftsschutzverordnungen sowie kommunale Ge-fahrenabwehrverordnungen diesbezüglich ohnehin ausdrückliche Anordnungen. Hinweisschilder verdeutlichen dies. Nichtbeachtung derartiger Regelungen ist ordnungswidrig und wird entsprechend geahndet. Im Rhein-Pfalz-Kreis beispielsweise finden deshalb stichprobenartig Kontrollen statt, auch an den Wochenenden. Die Bußgelder können bis zu 50.000,-- € betragen.

Auch bei einem Spaziergang bei Hochwasser ist es wichtig die Hunde an die Leine zu nehmen. Das Wild zieht sich dann auf nicht überfluteten Stellen zusammen. Wird es gehetzt, flieht es ins Wasser, was häufig zum Ertrinken führt. Ausgewiesene Durchgangs- und Betretungsverbote sind dann dringend zu beachten.

Hunde, die durch ihr Verhalten gezeigt haben, dass sie Wild oder Vieh hetzen oder reißen sind zudem als gefährliche Hunde im Sinne des Landeshundegesetzes (LHundG) einzustufen.

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